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Biogas-Genossenschaft Prad (BGP) baut Biogasanlage in Prad

In den Jahren 1999 und 2000 finden immer wieder Besprechungen für den Bau einer Fermentierungsanlage für die Herstellung von Biogas aus Gülle statt. Dabei wird die Möglichkeit der Verwertung des Biogases mittels der KWK- Module in den Fernwärmezentrale überprüft. Schließlich wird das Technikerteam Krieg & Fischer aus Göttingen mit der Planung der Biogasanlage beauftragt. Im Februar 2001 erfolgt die Gründung einer bäuerlichen Genossenschaft, der ca. 50 Bauern, die über rund 600 GVE verfügen, beitreten. Auch das EW-Prad, welches das Biogasprojekt vom Anfang an voll unterstützt, wird als Mitglied mit einem Sitz in den Verwaltungsrat der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Prad (LGP) aufgenommen. In der Biogasanlage sollen ca. 12.000 Tonnen Gülle und Festmist sowie ca. 1.500 Tonnen Cofermente (Äpfelreste und Bioöle) vergoren werden. Mit dem Substart können rund 600.000 m3 Biogas, bzw. 3.500.000 kWh Primärenergie gewonnen werden. Rund 500.000 kWh Biogas dürfte für die Erwärmung des Substrates auf ca. 37 °C in den 2 Fermentern verbraucht und der Rest, ca. 3.000.000 kWh Biogas, soll über eine 2,6 km lange Biogasleitung den KWK- Modulen in den Fernwärmezentralen für die Strom- und Wärmeerzeugung geliefert werden. Die gesamte Investitionssumme für das Biogaswerk und 2 Feldlagern wird auf 2,1 Milliarden Lire geschätzt. Im Frühjahr 2001 wird die Baukonzession erteilt und mit den Bauarbeiten der Biogasanlage begonnen.

Seit dem 12. Februar 2002 liefert die Biogasanlage der land-wirtschaftlichen Genossenschaft Prad (BGP) den KWK-Modulen des EW-Prad Biogas, welches aus der Vergärung von Gülle und Festmist gewonnen wird. Mit der Verwirklichung der Biogasanlage und der Verwendung des Biogases für die Herstellung von Fernwärme und Strom ist ein ökologisch und wirtschaftlich einmaliger Fortschritt in der Gemeinde Prad erzielt worden. So können die mit der Güllewirtschaft verbundenen ökologischen und wirtschaftliche Probleme weitgehend gelöst werden:

•  Die Geruchsbelästigung durch die Ausbringung der Gülle auf die Felder wird deutlich vermindert;

•  Die bei der herkömmlichen Festmist- und Gülledüngung entweichenden Gase, welche die Ozonschicht belasten, werden mit dem Biogassystem stark reduziert;

•  Die Böden erhalten mit der vergorenen Gülle einen hochwertigeren Dünger, welcher die Humusbildung nachhaltig fördert und die Gewässer (Oberfächen- und Grundwasser) kaum mehr belastet;

•  Vergorene Gülle ist wesentlich pflanzenverträglicher, weit weniger pflanzenselektiv und kann von den Wurzeln der Pflanzen besser aufgenommen werden;

•  Durch den organisierten Gülletransport mit einem großen Güllefass (11,5 Tonnen) von der Hofstelle zur Biogasanlage und von dort als Rückfracht zurück zu den Feldlagern in den Prader und Lichtenberger Feldern werden die früheren Gülle- und Misttransporte der Bauern stark entlastet. Die feldnahe Lagerung der vergorenen Gülle verringert den Aufwand der Landwirte zur Düngezeit, zudem schonen die Bauern ihre Maschinen, sparen Zeit und vermeiden Verkehr;

•  Durch die verschiedenen Behälter der Biogasanlage und die 2 Feldlager können sich viele landwirtschaftliche Betriebe den Bau von größeren Güllelagern auf den Höfen sparen. Den angeschlossenen Betrieben steht eine Gesamtlagerkapazität von 6.700 m3 für Gülle zur Verfügung;

•  Bei fachkundiger Ausbringung der vergorenen Gülle kann in der Grünlandwirtschaft auf Kunstdünger verzichtet und ein zusätzlicher Schnitt erzielt werden;

•  Biogas ist eine lokal hergestellter erneuerbarer Energieträger, der Fossilenergie substituiert (in Prad im täglichen Schnitt 1700 m3, was einer Ölmenge von knapp 1000 Litern entspricht) und einen weiteren bedeutenden Fortschritt für die lokale autarke Energieversorgung unseres Dorfes gewährleistet.

•  Einsatz dieser heimischen Energieressource hilft mit, den Standort Prad zu verbessern und die lokale Kreislaufwirtschaft zu beleben, trägt zur lokalen Wertschöpfung sowie zur Stabilisierung des sozioökonomischen Gefüges in unserer Gemeinde bei.