Im Jahr 1999 beginnt das Energie-Werk-Prad Genossenschaft eine neue energietechnische Dienstleitung. Das Dorf Prad soll mit Fernwärme versorgt werden. Die Umsetzung des aufwändigen Projektes soll in einem Zeitraum von 5 bis 7 Jahren und in zwei Ausbaustufen erfolgen. Zunächst soll der zentrale Bereich des Dorfes (rund um die Volksschule) die Fernwärme erhalten und anschließend die umliegenden und periphereren Zonen des Dorfes. Mit der ersten Ausbaustufe des Fernwärmeprojektes wird Ende Juni 1999 begonnen. Es werden die ersten Fernwärmerohre verlegt und eine Fernwärmezentrale errichtet, welche unterirdisch im Parkplatz zwischen der neuen Grundschule, der Kirche und dem Kindergarten angelegt wird. In der Zentrale sollen zwei KWK- Anlagen Strom und Wärme erzeugen sowie eine Wärmepumpe und ein Spitzenkessel für Bereitstellung der erforderlichen Wärme zum Einsatz kommen. Noch kurz vor Weihnachten nimmt ein erstes KWK-Modul und der Spitzenkessel den Probebetrieb in der neuen Fernwärmezentrale auf.
Im Frühjahr 2000 werden die Bauarbeiten der 1. Ausbaustufe der Fernwärmanlage fortgesetzt. Sie konzentrieren sich auf den Einbau des 2. KWK-Moduls in der Zentrale neben der Grundschule und die Verlegung Fernwärmeleitungen im Bereich zwischen St. Anton, Kreuzgasse und Hauptplatz verlegt. Im Herbst kann die Fernwärmezentrale 1 den Betrieb voll aufnehmen. Die Kosten für die 1. Ausbaustufe der Fernwärmeanlage inklusive der Fernwärme-leitungen betragen ca. 3,2 Milliarden Lire.
Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der begonnenen Fernwärmeversorgung in Prad nimmt die Nachfrage danach stark zu. Auf der Basis einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Herbst 2000 und aufgrund zahlreicher Anträge beschließt der Verwaltungsrat des E-Werkes Prad, die 2. Ausbaustufe in Angriff zu nehmen. Im Jahr 2001 wird die Planung vervollständigt und beim Land um den betreffenden Beitrag angesucht. Auf der orographisch linken Seite des Suldenbaches, nördlich des Bauhofes der Wildbachverbauung, soll die 2. Fernwärmezentrale entstehen.
Am 10. April 2002 erhält das EW-Prad die Baukonzession für die Errichtung der 2. Fernwärmezentrale in der St. Antonsiedlung und für den weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes. Nach der Ausschreibung der verschiedenen Arbeiten und Lieferungen wird im Mai mit dem Bau der 2. Fernwärmezentrale begonnen und die Verlegung des Fernwärmenetzes fortgeführt. Mitte November 2002 kann die 2. Zentrale in Betrieb gesetzt werden. Ein Hackgutofen mit 1.200 kW thermischer Leistung, ein KWK-Modul mit knapp 1000 kW (Hu) Feuerungsleistung, eine Wärmepumpe mit 200 kW thermischer Leistung stehen für die Wärme bzw. Stromerzeugung zur Verfügung. Bis zum Jahresende wird das Fernwärmenetz von Prad, welches schwerpunktmäßig im nordöstlichen Bereich des Dorfes (St. Anton - Sandweg - Reutweg) ausgeführt wird, um 4.200 m erweitert und rund 50 Gebäude werden neu an das Netz angeschlossen.
Im Jahr 2003 wächst das Fernwärmenetz um eine weitere Länge von 2.250 m an. Zudem erhalten rund 90 Gebäude Übergabestationen für die Fernwärmeversorgung. Am 31.12.2003 weist das Fernwärmenetz von Prad eine Länge 10.900 m auf und insgesamt 190 Gebäude sind daran angeschlossen.
Die Ausbauarbeiten am Fernwärmenetz gehen im Jahr 2004 fortgeführt. Außerdem wird in der Fernwärmezentrale 2 im Mai ein weiteres KWK- Modul (Otto-Motor) installiert, welches die Fa. MDE aus Augsburg liefert. Es kann rund 145 kW Strom und 250 kW Wärme erzeugen Das KWK Modul wird ausschließlich mit Biogas betrieben. Die drei bestehenden Module in den Fernwärmezentralen sind hingegen Hybridanlagen. Sie können mit 2 verschiedenen Treibstoffen im Mix (Biogas zusammen mit einem flüssigen Treibstoff) oder auch mit einem einzelnen flüssigen Brennstoff versorgt werden. Schließlich wird das Fernwärmeleit- und Auslesesystem neu konzipiert und installiert.
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