Das Trafoibachkraftwerk, dessen Zentrale sich am Zusammenfluss des Trafoibaches und des Suldenbaches in Gomagoi, einem Weiler der Gemeinde Stilfs, befindet, wird im Jahr 1997 und 1998 im Rahmen einer Miteigentumsgemeinschaft zwischen dem EW-Stilfs (75%) und dem EW-Prad (25%) errichtet. Mit der Projektierung des relativ großen Kleinkraftwerkes (knapp 5 MW Leistung) wird Dr. Ing. Ernst Troyer beauftragt. Die Gesamtbauleitung übernimmt der genannte Techniker zusammen mit seinem Assistent Uli Linser. Auf der Basis einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem E-Werk Stilfs Gen. m. b. H. und dem Energie-Werk-Prad Genossenschaft sowie mit dem Einsatz eines effizient funktionierenden Baukomitees, dem neben den angeführten Technikern je zwei Vertreter der beiden Genossenschaften angehören, gelingt es, das Kraftwerksprojekt termingerecht und planmäßig durchzuziehen und zwar derart, dass nach dem Baubeginn im Mai 1997 noch am Silvestertag des gleichen Jahres ein 1. Maschinensatz für den Probelauf angefahren werden kann.
Die Hoch- und Tiefbauarbeiten (Wasserfassung, Entsander, Verlegung der Druckrohrleitung, Kraftwerksgebäude) führt eine Bieter-gemeinschaft aus dem Vinschgau (Fa. Paulmichl, Fa. Mair und Fa. Marx) aus. Mit der Lieferung der Stahldruckrohre wird die Fa. Capello Tubi , mit jener der Sphärogussrohre die Fa. Tubi Ghisa, mit der Lieferung der Transformatoren die Fa. SBG aus Zwickau, mit der Lieferung der 20 kV-Schaltanlage die Fa. Siemens aus Regensburg, mit der Lieferung der 2 Generatoren die Fa. Bartholdi aus der Schweiz, mit der Lieferung und dem Einbau der 2 Turbinen und der Automation der gesamten Anlage die Fa. Troyer aus Sterzing sowie mit sämtlichen Schlosserarbeiten (Stahlwasserbau und Bauschlosserarbeiten am Kraftwerksgebäude) die Fa. Metallbau aus Glurns beauftragt. Die Hoch- und Tiefbauarbeiten werden vom Ingenieurbüro Dr. Ing. Siegfried Pohl überwacht und geleitet. Die Vermessungsarbeiten am Kraftwerk und der MS-Leitung zwischen Prad und Gomagoi führen die Geometer Othmar Brenner und Matthias Tschenett. Die Aufgabe eines Sicherheitskoordinators übernimmt Dr. Ing. Manfred Lechner. Der Bau der Mittelspannungsleitung (20/30 kV) zwischen dem Kraftwerk in Gomagoi und dem Mühlbachkraftwerk 1 in Prad sowie die Errichtung der gemeinsamen Parallelstation des EW-Prad und des EW- Stilfs mit dem übergeordneten ENEL-Netz, welche im Mühlbachkraftwerk 1 in Prad untergebracht wird, wird von den beiden E-Werken in Eigenregie durchgeführt. Die Gesamtsumme der insgesamt vergebenen Lieferungen und Arbeiten beträgt ca. 10 Milliarden Lire ohne Berücksichtigung der Kosten für MS-Leitung zwischen Gomagoi und Prad sowie die elektrischen Anlagen in der Parallelstation im Mühlbachkraftwerk 1 in Prad.
Am 8. Jänner 1998 nimmt der 1. Maschinensatz des Trafoibachkraftwerkes den Betrieb auf. Der 2. Maschinensatz wird in den Monaten Februar bis April 1998 installiert und kann im Monat Mai bereits die durch die Schneeschmelze anfallende Wasserschüttung des Trafoibaches in wertvolle elektrische Energie umwandeln. Den Kern der Anlage bilden zwei Maschinensätze, die jeweils aus einer vierdüsigen, horizontalachsig angeordneten Pelton- Turbine mit direkt gekuppeltem Drehstromsynchrongenerator von 3000 kVA bestehen. Nach Abschluss der Bauarbeiten erreichen die Ausgaben für das Trafoibachkraftwerk ohne MS-Leitung und Anschlusskosten an das ENEL-Netz den Betrag von 10,5 Milliarden Lire. Die veranschlagten Kosten gemäß Ausführungsprojekt lagen bei 11,2 Milliarden Lire. |
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