Energiegemeinschaft Vinschgau im Gemeinderat vorgestellt

Am 1. März 2026 stellte Michael Wunderer im Gemeinderat von Prad am Stilfserjoch die Energiegemeinschaft Vinschgau vor, da u.a. sämtliche Gemeinden der Bezirksgemeinschaft Vinschgau der Energiegemeinschaft als Mitglied beigetreten sind.

Die Energiegemeinschaft wurde im April 2024 offiziell gegründet und hat vor Kurzem ihren operativen Betrieb aufgenommen. Sie ergänzt bestehende lokale Energiegenossenschaften durch einen virtuellen Zusammenschluss von Produzenten und Konsumenten. Innerhalb des Vinschgaus kann erneuerbarer Strom – beispielsweise aus Photovoltaikanlagen – zwischen den Mitgliedern virtuell geteilt werden.

Für diese gemeinsam genutzte Energie erhält die Gemeinschaft Fördermittel vom GSE, die an die Mitglieder weitergegeben werden. Produzenten erzielen dadurch zusätzliche Erlöse von rund 3–4 ct/kWh, während Haushalte mit jährlichen Gutschriften von etwa 50 bis 100 Euro rechnen können, je nachdem wieviel Produktion innerhalb der entsprechenden Zone zur Verfügung steht.

Der Aufbau der Energiegemeinschaft wurde durch Mittel aus dem PNRR unterstützt. Insgesamt standen rund 1,2 Mio. Euro an direkten Fördermitteln zur Verfügung, ergänzt durch lokale Kofinanzierungen in Höhe von etwa 1,6 Mio. Euro. Damit werden unter anderem Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 2 MWp, ein Batteriespeicher mit 300 kWh sowie eine Plattform für ein virtuelles Kraftwerk realisiert. Die Antragstellung und Organisation erfolgten über die BASIS Vinschgau Venosta (Michael Wunderer, Luca Dapra), Projektträger war die Bezirksgemeinschaft Vinschgau.

Das E-Werk Prad spielte von Beginn an eine zentrale Rolle und fungierte bereits vor der finalen nationalen Regelung als eines von fünf Pilotprojekten in Italien. Vertreter des RSE konnten sich dabei mehrfach direkt vor Ort in Prad ein Bild von der lokalen Energieversorgung machen.